Liebe Leserinnen und Leser,in der dritten Ausgabe des Jahres der ChroniNews, Ihrem exklusiven Newsletter der Birken-Apotheke, halten wir Sie weiterhin mit Neuigkeiten und Informationen rund um die Themen der HIV- und Hepatitis-Therapie auf dem Laufenden.
Zu Beginn möchten wir die aktuelle globale Lage der HIV-Epidemie darstellen.
Ein weiteres aktuelles Thema stellt der Lieferengpass des Arzneimittels Tardocillin dar, das zur Behandlung der Syphilis eingesetzt wird. Es gibt jedoch bereits einen Ersatz.
In einem weiteren Artikel berichten wir über HIV und Herzgesundheit.
Außerdem geben wir einen Überblick darüber, wie die KI (Künstliche Intelligenz) die medizinische Versorgung in der Zukunft verändern kann.
Momentan gibt es viele politische Entscheidungen im Gesundheitswesen. Deswegen gehen wir auf mögliche Folgen des GKV-Sparplans ein.
Zu guter Letzt geben wir einen Überblick über die unterschiedlichen Hepatitis-Arten.
Wie üblich möchten wir Sie noch auf die Termine der Kölner Aidshilfe, das Angebot einer professionellen ATHINA-Medikationsanalyse und die Option der Individualverblisterung Ihrer Medikamente durch die Birken Apotheke verweisen.
Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Ihr ChroniNews-Team der Birken-Apotheke
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Aktuelle Lage der HIV-Epidemie1994 wurde UNAIDS, das Programm der Vereinten Nationen zur weltweiten Bekämpfung von HIV und AIDS, ins Leben gerufen. Im gleichen Jahr entwickelte auch die EU erste Strategien zur Bekämpfung der Epidemie.
Laut UNAIDS lebten 2025 weltweit 40,9 Millionen Menschen mit HIV. Davon hatten 2025 bereits 78,5 % (32,1 Millionen) Zugang zu einer antiretroviralen Therapie. In den vergangenen fünfzehn Jahren ist die Zahl der AIDS-bedingten Todesfälle um 56 % auf 570.000 gesunken. Im gleichen Zeitraum sank auch die Zahl der Neuinfektionen um 43 % auf 1,2 Millionen. Diese Zahlen verdeutlichen die Wirksamkeit der bisherigen globalen Strategien zur Bekämpfung von HIV.
Allerdings sind diese Erfolge von aktuellen politischen Entwicklungen bedroht. Laut UNAIDS gingen die internationalen Entwicklungshilfen um 23 % zurück. Besondern schwer wiegt der Rückzug der US-amerikanischen Finanzierung seit Anfang 2025, da die USA bis dahin drei Viertel der internationalen HIV-Gelder bezahlte. Von diesen Kürzungen sind besonders einkommensschwache Länder betroffen. So wurden zum Beispiel in Haiti, Tansania und Sambia über 50 % der HIV-Medikamente von den USA bezahlt.
Die Folgen des Einfrierens der Mittel werden im PEPFAR (President’s Emergency Plan for AIDS Relief) Impact Tracker dokumentiert. Dort wurden Schätzungen veröffentlicht, wie viele Todesfälle Folge besagter Kürzungen sind. Für den Zeitraum vom 24.01.2025 bis zum 24.01.2026 werden die Kürzungen mit schätzungsweise 159.272 Todesfällen bei Erwachsenen und 16.954 Todesfällen bei Kindern in Verbindung gebracht. Bezogen auf die oben genannten 570.000 AIDS-assoziierten Todesfälle sind das etwa 30%. Der PEPFAR Impact Tracker weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass die Methodik für kurzfristige Schätzungen entwickelt wurde und sich nicht für Langzeitprognosen eignet. Deswegen wurde im Januar 2026 der Zähler eingestellt.
Trotzdem zeigen diese Zahlen, was Winnie Byanyima, die Exekutivdirektorin von UNAIDS, so treffend in Worte fasst: „We know how to end AIDS. The question is now political: will we invest, or will we retreat?“ (deutsch: „Wir wissen, wie man AIDS besiegen kann. Die Frage ist nun politischer Natur: Werden wir investieren oder werden wir uns zurückziehen?“).
Vor diesem Hintergrund befasste sich auch die jüngste UNAIDS-Tagung am 22. und 23. Juni mit den notwendigen politischen Entscheidungen. Trotz der aktuellen Herausforderungen hält UNAIDS am Ziel fest, bis 2030 40 Millionen Menschen mit antiretroviralen Medikamenten zu behandeln und 20 Millionen Menschen Zugang zur PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) zu ermöglichen. Insgesamt sollen somit 60 Millionen Menschen Zugang zu wirksamer HIV-Prävention und –Therapie erhalten und das ohne Stigmatisierung und Diskriminierung. Und als übergeordnetes Ziel: bis 2030 AIDS als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit zu beenden und HIV als globale Gesundheitsbedrohung deutlich einzudämmen.
Dieses Ziel sei laut UNAIDS und der EU immer noch erreichbar. Vor allem gelte es Schlüsselpopulationen wie junge Mädchen und Frauen zu schützen. Auch sollten Koinfektionen mit Tuberkulose und Hepatitis stärker berücksichtigt werden, um so ganzheitliche Gesundheitsziele formulieren zu können. Diese beinhalten bessere Prävention, vereinfachter Zugang zu Testangeboten und finanzierbare, langwirksame Medikamente.
Aber vor allem wird die enge internationale Zusammenarbeit zwischen Regierungen in den Fokus gestellt. Ziel sei eine solidarische, innovative und effiziente internationale Zusammenarbeit. Dafür ist der Kampf für Menschenrechte unerlässlich. In 2025 haben Mali und Burkina Faso gleichgeschlechtliche Beziehungen kriminalisiert, und in 2026 Niger. Insgesamt gibt es weltweit aktuell 66 Länder mit Gesetzen gegen Homosexualität. Diese Diskriminierung erschwert den Zugang zu Präventions- und Behandlungsangeboten und erhöht gleichzeitig die Hemmschwelle, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dadurch kann die HIV-Epidemie sich weiter ausbreiten.
Wir befinden uns folglich an einem Wendepunkt. Werden die Globale AIDS-Strategien konsequent umgesetzt und die notwendigen finanziellen sowie politischen Zusagen eingehalten, kann AIDS bis 2030 besiegt werden. Bleiben diese Investitionen und politischen Maßnahmen jedoch aus, droht jahrzehntelang hart erkämpfen Fortschritt verloren zu gehen.
Quellen: UNAIDS schlägt Alarm: Fortschritte bei HIV stehen auf dem Spiel | Deutsche Aidshilfe 16.06.2026 https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/unaids-schlaegt-alarm-fortschritte-bei-hiv-stehen-auf-dem-spiel (Zugriff: 23.06.2026) Global HIV & AIDS statistics — Fact sheet | UNAIDS https://www.unaids.org/en/resources/fact-sheet (Zugriff: 23.06.2026) Global AIDS Strategy 2026-2031 | UNAIDS https://www.unaids.org/en/2026-2031-global-aids-strategy (Zugriff: 23.06.2026) A ‘perilous moment’ for the response to HIV warns UNAIDS | UNAIDS 12.06.2026 https://www.unaids.org/en/resources/presscentre/pressreleaseandstatementarchive/2026/june/20260612_PR_global_aids_brief (Zugriff: 23.06.2026) EU Statement – UN General Assembly: 2026 High-level meeting on HIV/AIDS | EEAS 22.6.2026 https://www.eeas.europa.eu/delegations/un-new-york/eu-statement-–-un-general-assembly-2026-high-level-meeting-hivaids_en (Zugriff: 23.06.2026) PEPFAR Impact Tracker https://pepfar.impactcounter.com/ (Zugriff: 23.06.2026) Globale HIV-Prävention beschädigt | magazin.hiv 5.03.2026 https://magazin.hiv/magazin/globale-hiv-praevention-beschaedigt/ (Zugriff: 23.06.2026) List of 66 countries where homosexuality is illegal https://76crimes.com/76-countries-where-homosexuality-is-illegal/ (Zugriff 26.06.2026)
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Hepatitis – Entzündung der LeberDie Leber (lat. „hepar“) ist das größte innere Organ und das zentrale Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des menschlichen Körpers. Sie filtriert Schadstoffe aus dem Blut, verwertet Nährstoffe aus unserer Nahrung und produziert lebenswichtige Proteine sowie Gallensäuren für die Fettverdauung. Trotz dieser zahlreichen Funktionen leidet die Leber still: Da sie keine Schmerzrezeptoren besitzt, bemerken viele Betroffene eine Entzündung erst spät.
Was ist Hepatitis? Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung des Lebergewebes. Diese kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Allen voran durch Viren, aber auch durch einen ungesunden Lebensstil (z.B. Fettleber bei Übergewicht) oder übermäßigen Alkoholkonsum. Bleibt eine solche Entzündung über mehr als sechs Monate bestehen, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Wird eine solche Entzündung nicht rechtzeitig erkannt, droht ein dauerhafter Gewebeumbau. Das Lebergewebe vernarbt zunehmend und kann im Endstadium in eine irreversible Leberzirrhose oder sogar in Leberkrebs übergehen.
Symptome Da die Leber keine klassischen Schmerzen verursacht, äußert sich eine Entzündung zu Beginn oft unspezifisch und unauffällig. Folgende Symptome können auftreten:
- Frühe, unspezifische Frühsymptome: Ausgeprägte, anhaltende Müdigkeit, plötzliche Appetitlosigkeit, Übelkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Auch grippeähnliche
Symptome, Gelenkschmerzen oder Appetitlosigkeit können auftreten.
- Fortgeschrittene Warnzeichen (Gelbsucht): Erst wenn die Leberfunktion stärker beeinträchtigt ist, kommt es zu sichtbaren Veränderungen. Dazu gehört die Gelbfärbung des Augenweiß und der Haut, da das Abbauprodukt Bilirubin nicht mehr richtig gefiltert wird.
Wichtiger Vorsorge-Tipp: Der Check-Up 35 Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab dem Alter von 35 Jahren einmalig Anspruch auf ein kostenloses Screening auf Hepatitis B und C im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung („Check-Up 35“) beim Hausarzt.
Die verschiedenen Virustypen: A, B, C, D und E Hepatitis-Viren unterscheiden sich stark in ihren Übertragungswegen und Krankheitsverläufen. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über alle fünf Virustypen (A bis E):
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Virustyp
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Hauptübertragungswege
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Chronischer Verlauf?
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Therapie
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Schutzimpfung
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Hepatitis A
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oral-fäkal (verunreinigtes Wasser, kontaminierte Lebensmittel, Schmierinfektionen)
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Nein (heilt fast immer von selbst aus)
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Symptomatische Behandlung
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JA
Sehr wirksam; oft als Reiseimpfung
empfohlen
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Hepatitis B
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Körperflüssigkeiten (Blut, ungeschützter Intimkontakt)
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Bei Erwachsenen gering (5-10%), bei Säuglingen extrem hoch (~90%)
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Gut kontrollierbar mit antiviralen Medikamenten. Bremst das Virus, führt aber selten zur kompletten Heilung
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JA
Hochwirksam,
schützt indirekt
auch vor Typ D.
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Hepatitis C
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Direkter Blutkontakt (unsterile Tattoos/Piercings, gemeinsame Nadelbenutzung)
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Hoch (~75
85% aller Fälle
werden chronisch)
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Heilbar (über 95%
Heilungsquote durch antivirale Medikamente)
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NEIN
Kein Impfstoff
verfügbar. Schutz nur durch Hygiene.
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Hepatitis D
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Nur als Infektion gemeinsam mit Hepatitis B
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Sehr hoch bei Superinfektion; führt oft zu schnellen, schweren Verläufen
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Behandlung durch spezielle antivirale Medikamente, die das Eindringen in die
Leberzellen hemmen.
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JA (indirekt)
Über Hepatitis-B-Impfung vollständig
verhindert.
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Hepatitis E
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Oral (durch unzureichend gegartes Fleisch, v.a. Schwein/Wild oder verunreinigtes Wasser auf Reisen)
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Sehr selten
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In der Regel keine spezielle
Therapie nötig, da Hepatitis E meist von
alleine akut ausheilt.
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NEIN
In Europa ist
derzeit kein
Impfstoff
zugelassen.
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Schutz der Leber im Alltag?
- Impfstatus prüfen: Insbesondere vor Reisen den Schutz gegen Hepatitis A und B kontrollieren
- Lebensstil anpassen: Eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung und der Verzicht auf übermäßigen Alkohol entlasten das Organ nachhaltig. Fleisch (besonders Schwein und Wild) sollte immer vollständig durchgegart verzehrt werden
- Medikamente mit Bedacht einnehmen: Bei Arzneimitteln (wie zum Beispiel das Schmerzmittel Paracetamol) sollten die Höchstdosen nicht überschritten werden
Quellen: Meine Leber und Ich. (2025, 3. Februar). Die Leberentzündung und ihre Folgen. Verfügbar unter: https://www.meine-leber-und-ich.de/die-leber/? utm_source=hepioneers.de&utm_medium=website&utm_campaign=scroll_2024&utm_content=hepioneers (abgerufen am 25.06.2026) Manus, I. & Roch, J. (2026, 27. März). Hepatitis: Ursachen, Symptome und Behandlung erklärt. Apotheken Umschau. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/was-ist-eine-hepatitis-735481.htm (abgerufen am 26.06.2026)
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GKV-Sparpaket: Ist die Versorgung gefährdet?Menschen mit HIV brauchen eine gute medizinische Betreuung. Doch neue Sparpläne der Bundesregierung könnten die Versorgung in Zukunft erschweren. Davor warnen HIV-Fachleute und Patientenorganisationen.
Warum gibt es Kritik? Die gesetzliche Krankenversicherung muss in den kommenden Jahren mit weniger Geld auskommen. Deshalb plant die Bundesregierung verschiedene Sparmaßnahmen. Nach Ansicht von Fachverbänden könnten dadurch auch HIV-Schwerpunktpraxen betroffen sein. Das Problem: Die Zahl der Menschen mit HIV steigt. Gleichzeitig werden viele Patient*innen älter und benötigen wegen zusätzlicher Erkrankungen im Alter oft mehr medizinische Unterstützung. Die Behandlung wird dadurch aufwendiger. Trotz dieses wachsenden Bedarfs sollen die finanziellen Mittel für die Versorgung begrenzt werden. Fachleute befürchten deshalb, dass Ärztinnen und Ärzte künftig weniger Zeit für ihre Patient*innen haben könnten.
Sorge um die Behandlungsqualität Organisationen aus der HIV-Versorgung warnen davor, dass die Qualität der Betreuung leiden könnte. Schon heute gibt es in einigen Regionen zu wenige HIV-Spezialist*innen. Viele erfahrene Ärztinnen und Ärzte gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand, während nicht genügend Nachwuchs nachkommt. Auch die Versorgung mit der HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) könnte schwieriger werden. Die PrEP schützt Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko vor einer Ansteckung und ist ein wichtiger Bestandteil der HIV-Prävention.
Was bedeutet das für Menschen mit HIV? Noch hat sich für Patient*innen nichts geändert. Die geplanten Maßnahmen müssen erst das weitere Gesetzgebungsverfahren durchlaufen. HIV-Organisationen fordern jedoch, dass bei der Versorgung von Menschen mit HIV nicht gespart wird. Sie betonen, dass eine gute medizinische Betreuung und wirksame Prävention entscheidend sind, um die Gesundheit der Betroffenen zu sichern und neue HIV-Infektionen zu verhindern.
Weitere geplante Änderungen Neben den Auswirkungen auf die HIV-Versorgung sind weitere Änderungen vorgesehen: • Die Zuzahlung für Medikamente soll steigen. • Die Zuschüsse für Zahnersatz sollen sinken. • Menschen mit höheren Einkommen sollen mehr Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. • Zusätzliche Einnahmen sollen unter anderem durch höhere Tabaksteuern und eine Abgabe auf zuckerhaltige Produkte erzielt werden.
Patientenorganisationen kritisieren vor allem, dass die geplanten Einsparungen Menschen mit chronischen Erkrankungen besonders belasten könnten. Denn die geplante Erhöhung der Zuzahlung für Medikamente trifft genau diese Menschen und können eine finanzielle Belastung darstellen.
Quelle: https://www.aidshilfe.de/de/aktuelles/der-hiv-versorgung-darf-nicht-gespart-werden
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Künstliche Intelligenz (KI) verändert die MedizinKünstliche Intelligenz (KI) wird in der Medizin immer wichtiger. Sie kann Ärztinnen und Ärzte unterstützen, Krankheiten früher zu erkennen, Behandlungen zu verbessern und Abläufe in Krankenhäusern zu erleichtern.
KI kann große Mengen an Gesundheitsdaten sehr schnell auswerten. Dadurch können Krankheiten oft früher erkannt und Behandlungen besser auf die einzelne Person abgestimmt werden.
Beispiele:
- KI kann auf Intensivstationen Anzeichen einer Blutvergiftung (Sepsis) früh erkennen.
- Bei der Brustkrebsvorsorge kann KI Auffälligkeiten auf Mammografie-Bildern entdecken.
- KI kann Ärztinnen und Ärzte bei Diagnosen unterstützen und dabei helfen, die beste Behandlung auszuwählen.
- KI kann eine Zeitersparnis für Ärztinnen und Ärzte zum Beispiel beim Hautkrebs-Screening sein, sodass nur noch auffällige Hautstellen überprüft werden müssen
Viele Aufgaben im Gesundheitswesen kosten Zeit, zum Beispiel Terminplanung, Abrechnung oder Dokumentation. KI kann solche Verwaltungsaufgaben teilweise übernehmen. Dadurch bleibt medizinischem Personal mehr Zeit für die Betreuung von Patientinnen und Patienten.
Auch bei der Entwicklung neuer Arzneimittel kommt KI zum Einsatz. Sie hilft Forschenden dabei, mögliche Wirkstoffe schneller zu finden und klinische Studien besser zu planen. Dadurch könnten neue Medikamente künftig schneller verfügbar werden.
Damit KI zuverlässig arbeiten kann, benötigt sie viele Gesundheitsdaten. Die Europäische Union schafft deshalb neue Regeln für den sicheren Umgang mit diesen Daten. Patientinnen und Patienten sollen dabei die Kontrolle über ihre Gesundheitsinformationen behalten.
KI soll Ärztinnen und Ärzte unterstützen, aber nicht ersetzen. Deshalb gelten in Europa neue Vorschriften für den Einsatz von KI in der Medizin. Sie sollen sicherstellen, dass die Systeme zuverlässig arbeiten, transparent sind und die Rechte der Patientinnen und Patienten schützen.
Trotz großer Chancen gibt es noch offene Fragen:
- Wie können Gesundheitsdaten sicher geschützt werden?
- Wie lässt sich sicherstellen, dass KI keine Fehler macht?
- Wie können Krankenhäuser die neuen Technologien finanzieren?
- Wie kann KI sinnvoll in den medizinischen Alltag eingebunden werden?
Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung deutlich zu verbessern. Sie kann Krankheiten früher erkennen, Behandlungen unterstützen und die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen. Gleichzeitig müssen Datenschutz, Sicherheit und die menschliche Kontrolle gewährleistet bleiben. KI soll die Arbeit von Ärztinnen und Ärzten ergänzen – nicht ersetzen.
Quellen: https://health.ec.europa.eu/ehealth-digital-health-and-care/artificial-intelligence-healthcare_de
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HIV und HerzgesundheitDank moderner antiretroviraler Therapie hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Dadurch rücken andere Gesundheitsaspekte stärker in den Fokus. Insbesondere Herzkreislauf-Erkrankungen zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen und betreffen Menschen mit HIV heute ähnlich wie die Allgemeinbevölkerung.
Bei HIV-positiven Menschen können mehrere Faktoren zusammenkommen, die das Herz-Kreislauf-System belasten. Zum einen spielt die HIV-Infektion selbst eine Rolle: Chronische Entzündungsprozesse im Körper können die Gefäße schädigen und die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen. Zum anderen können bestimmte antiretrovirale Medikamente Stoffwechselveränderungen verursachen, etwa erhöhte Blutfettwerte oder Insulinresistenz. Zu den wichtigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit erhöhtem Risiko bei HIV zählen die koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall. Diese entstehen meist durch Ablagerungen in den Blutgefäßen, die den Blutfluss und somit auch die Sauerstoffversorgung des Körpers behindern. Auch Herzmuskel oder Gefäßentzündungen spielen vermehrt eine Rolle.
Neben der Immunschwäche tritt bei der HIV-Infektion nämlich auch eine Überstimulation des Immunsystems auf. Diese Überstimulation lässt sich dadurch erklären, dass bei HIV-Positiven mehr bakterielle Bruchstücke aus dem Darm durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen können. Dies wird durch Schädigung der Immunzellen in der Darmschleimhaut durch den HI-Virus verursacht. Der Körper reagiert auf die Bakterienbestandteile im Blut mit einer Entzündungsreaktion, welche die Ablagerungen an den Gefäßen befördert. Die antiretrovirale Therapie dämpft diese Entzündungsreaktion und bei erfolgreicher Therapie bilden sich kaum mehr neue HI-Viren. Das Immunsystem kann sich erholen und die Entzündungsreaktionen im Körper nehmen ab, erreichen aber nicht ganz die Werte von HIV-Negativen. Eine erfolgreiche Therapie ist somit essentiell zur Verringerung des Herz-Kreislauf-Risikos.
Betrachtet man die antiretrovirale Therapie in Bezug auf das Herz-Kreislauf-Risiko, ist wichtig zu beachten, dass einige Medikamente selbst ungünstige Wirkungen auch die Blutfettwerte haben können. Insbesondere die Wirkstoffe aus der ersten Generation der Proteasehemmer, wie Viracept oder Norvir, führen häufig zu einem Anstieg der Blutfettwerte. Zusätzlich können Insulinresistenzen oder Vorstufen von Diabetes unter einer Therapie mit Proteaseinhibitoren auftauchen. Auch manche Wirkstoffe aus der Klasse der Nicht-Nukleosidischen-Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI) können zu solchen Stoffwechseländerungen führen. Bei der Entwicklung neuer Therapien, werden die Wirkstoffe daher auf ihre Stoffwechseleigenschaften getestet und dies mit Erfolg. Gerade die neueren Wirkstoffe der verschiedenen Klassen scheinen die Cholesterin- und andere Blutfettwerte nicht stark zu beeinflussen und erhöhen somit das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nicht weiter. Eine regelmäßige Blut-Kontrolle der Cholesterin, Blutzucker und Leberwerte durch Ihren behandelnden Arzt/Ärztin sollte jedoch trotzdem stattfinden.
Ebenso wichtig ist die konsequente Einnahme der HIV-Medikamente. Eine gut eingestellte Therapie reduziert die Viruslast und damit auch entzündliche Prozesse im Körper. Menschen mit HIV können heute ein langes und erfülltes Leben führen. Umso wichtiger ist es, Herz und Gefäße im Blick zu behalten. Mit der richtigen Therapie, regelmäßigen Kontrollen und einem gesunden Lebensstil lässt sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduzieren.
Quellen: medinfo 71 Herz-Kreislauf
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Tardocillin außer Vertrieb: Lentocilin als vorübergehende AlternativeFür Menschen, die wechselnde Sexualpartner haben, ist die regelmäßige Kontrolle und Behandlung sexuell übertragbarer Infektionen ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung. Der aktuelle Lieferengpass von Tardocillin ist daher besonders relevant für Patientinnen und Patienten, die im Rahmen ihrer Behandlung oder Vorsorge auf eine zuverlässige Syphilis-Therapie angewiesen sind.
Hintergrund des Lieferengpasses Tardocillin wird unter anderem zur Behandlung der Syphilis eingesetzt. Derzeit kommt es jedoch zu Lieferproblemen aufgrund von Produktionsausfällen bei Herstellern von Benzathin-Benzylpenicillin. Um die Versorgung dennoch sicherzustellen, wurde die vorübergehende Einfuhr des portugiesischen Präparats Lentocilin S 1200 ermöglicht. Diese Regelung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben zur Überbrückung von Arzneimittelengpässen und ist aktuell bis mindestens 31. März 2027 vorgesehen.
Gleicher Wirkstoff – gleich wirksam Lentocilin enthält denselben Wirkstoff wie Tardocillin (Benzathin-Benzylpenicillin). Das bedeutet: Die therapeutische Wirkung ist vergleichbar, und die Behandlung der Syphilis kann unverändert fortgeführt werden. Für Patientinnen und Patienten ändert sich damit in der Praxis vor allem das Präparat – nicht aber das Therapieziel oder die Wirksamkeit.
Unterschied im Zusatzstoff Lidocain Ein Unterschied zwischen beiden Präparaten betrifft den Zusatzstoff Lidocain. Dieses Lokalanästhetikum wird der Injektionslösung beigemischt, um die oft als schmerzhaft empfundene Spritze in den Muskel besser verträglich zu machen. Während Tardocillin 35 mg Lidocain enthält, sind es bei Lentocilin 60 mg. Dieser Unterschied hat in der Regel keine Auswirkungen auf die Behandlung.
Anwendung durch medizinisches Fachpersonal Wie bei allen Depot-Penicillin-Präparaten wird das Medikament tief in den Muskel gespritzt und ausschließlich von medizinischem Fachpersonal verabreicht. Dadurch wird sichergestellt, dass die Anwendung korrekt erfolgt und Risiken, insbesondere eine versehentliche Injektion in ein Blutgefäß, vermieden werden.
Versorgung bleibt gesichert Für Patientinnen und Patienten bleibt die wichtigste Botschaft: Die Behandlung der Syphilis ist auch während des Lieferengpasses ohne Unterbrechung möglich. Sowohl die Umstellung auf Lentocilin als auch die Abgabe noch verfügbarer Tardocillin-Bestände können weiterhin erfolgen und sind erstattungsfähig. Die Therapie kann damit sicher und ohne Verzögerung fortgeführt werden.
Quelle:[1] www.fachinfo.de [Internet]. Fachinformation: Tardocillin® 1200 InfectoPharm [updated 2020 May; cited 2026 June 12]. Available from: https://www.fachinfo.de/fi/pdf/003596/tardocillin-1200 [2] deutsche-apotheker-zeitung.de [Internet]. Tardocillin außer Vertrieb: InfectoPharm hilft mit Ware aus Portugal [updated 2026 May 29; cited 2026 June 12]. Available from: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2026/05/29/tardocillin-ausser-vertrieb-infectopharm-hilft-mit-ware-aus-portugal [3] abda.de [Internet]. 07/26 Information der Hersteller: Informationsschreiben zu Lentocilin (Benzypenicillin-Benzathin) S 1200 Atral: befristetes Inverkehrbringen von Packungen in portugiesischer Aufmachung [updated 2026 February 4; cited 2026 June 15]. Available from: https://www.abda.de/fuer-apotheker/arzneimittelkommission/amk-nachrichten/detail/07-26-information-der-hersteller-informationsschreiben-zu-lentocillin-benzylpenicillin-benzathin-s-1200-atral-befristetes-inverkehrbringen-von-packungen-in-portugiesischer-aufmachung/ [4] infectopharm.de [Internet]. Fachinformation: Lentocilin S 1200, 1 200 000 UI/4ml & Lentocilin S 2400, 2 400 000 UI/6,5ml [updated 2024 July 30; cited 2026 June 12]. Available from: https://www.infectopharm.de/praeparate/lentocilin/ [5] patienteninfo-service.de [Internet]. Tardocillin® 1200 Injektionssuspension 1,2 Mio. Einheiten – Gebrauchsinformation: Information für den Anwender [updated 2020 May; cited 2026 June 12]. Available from: https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/t/tardocillinR-1200-injektionssuspension-12-mio-einheiten
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Die „BLISTER“ Ihrer ApothekeDie fachgerechte Unterstützung bei der Organisation Ihrer Medikamenteneinnahme
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Unser Service für SieInformationen zum E-Rezept
Seit dem 1. Januar 2024 können Patient*innen das E-Rezept nun auch mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) einlösen. Wir sind in der Lage, E-Rezepte einzulösen und mit ihrer Krankenkassen abzurechnen!
Diese Umstellung bietet für Sie als Patient*innen einige Vorteile:
- Das E-Rezept kann per Smartphone über eine sichere E-Rezept-App verwaltet und direkt an uns gesendet werden. So ist sichergestellt, dass zum Abholzeitpunkt Ihr gewünschtes Präparat auch vorrätig ist. Die Gratis-App „Das E-Rezept“ der gematik oder die App von gesund.de ist kostenfrei zum Download im Google Play- oder App-Store erhältlich.
Weniger Wege in die Arztpraxis: Folgerezepte können ohne erneuten Arztbesuch ausgestellt werden.
- Sobald Sie uns ein Rezept zuweisen, laden wir das E-Rezept vom zentralen Server der gematik runter, entschlüsseln und liefern es.
- Erhöhter Fälschungsschutz. Nur an die gematik-Infrastruktur angeschlossene Arztpraxen können E-Rezepte ausstellen und signieren. Nachträgliche Änderungen sind nicht mehr möglich.
Änderungen, die Sie als Patient*innen betreffen: Nachträgliche Änderungen sind nicht möglich. Dies betrifft insbesondere den korrekten Zuzahlungsstatus. Achten Sie daher direkt in der Praxis auf die richtige Ausstellung und legen Ihren Befreiungsausweis vor. Anderenfalls benötigen wir ein neues E-Rezept.
Hohe Arzneimittelsicherheit: Durch die Kundenkarte werden alle erhaltenen Arzneimittel gespeichert und auf Ihre gegenseitige Verträglichkeit überprüft. Bei Interaktionen werden wir Sie und Ihren Arzt informieren.
Information zur Wirkungsweise Ihrer Therapie, zu neuen Arzneimitteln oder Studien, gegebenenfalls per Internetrecherche.
Ernährungsberatung durch Ökotrophologen. Termine auf Anfrage.
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Aktuelle Informationsbroschüren.
Birken-Apotheke App
Versandapotheke fliegende-pillen.de
Diskrete Beratung, auf Wunsch Einzelgespräche in unserem Beratungsraum.
Argumentationshilfen und Infos bei Problemen mit den Krankenkassen.
Individual-Verblisterung
Wir sind Gründungsmitglied der DAH2KA e.V.
Die DAH2KA e.V. (Deutsche Arbeitsgemeinschaft HIV- und Hepatitis-kompetenter Apotheken) ist ein überregionaler Zusammenschluss von Apotheken, die einen hohen Standard an Beratung und Versorgung speziell für Patienten mit HIV, Hepatitis und AIDS anbieten. Unser Ziel ist die wohnortnahe, persönliche Beratung, damit Information und Versorgung auf dam aktuellen Stand von Forschung und Therapie für Sie gewährleistet sind. Weitere Informationen unter www.birkenapotheke.de und www.dahka.de.
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