Die Leber (lat. „hepar“) ist das größte innere Organ und das zentrale Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan des menschlichen Körpers. Sie filtriert Schadstoffe aus dem Blut, verwertet Nährstoffe aus unserer Nahrung und produziert lebenswichtige Proteine sowie Gallensäuren für die Fettverdauung. Trotz dieser zahlreichen Funktionen leidet die Leber still: Da sie keine Schmerzrezeptoren besitzt, bemerken viele Betroffene eine Entzündung erst spät.
Was ist Hepatitis?
Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung des Lebergewebes. Diese kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Allen voran durch Viren, aber auch durch einen ungesunden Lebensstil (z.B. Fettleber bei Übergewicht) oder übermäßigen Alkoholkonsum. Bleibt eine solche Entzündung über mehr als sechs Monate bestehen, spricht man von einer chronischen Hepatitis. Wird eine solche Entzündung nicht rechtzeitig erkannt, droht ein dauerhafter Gewebeumbau. Das Lebergewebe vernarbt zunehmend und kann im Endstadium in eine irreversible Leberzirrhose oder sogar in Leberkrebs übergehen.
Symptome
Da die Leber keine klassischen Schmerzen verursacht, äußert sich eine Entzündung zu Beginn oft unspezifisch und unauffällig. Folgende Symptome können auftreten:
- Frühe, unspezifische Frühsymptome: Ausgeprägte, anhaltende Müdigkeit, plötzliche Appetitlosigkeit, Übelkeit und ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Auch grippeähnliche
Symptome, Gelenkschmerzen oder Appetitlosigkeit können auftreten.
- Fortgeschrittene Warnzeichen (Gelbsucht): Erst wenn die Leberfunktion stärker beeinträchtigt ist, kommt es zu sichtbaren Veränderungen. Dazu gehört die Gelbfärbung des Augenweiß und der Haut, da das Abbauprodukt Bilirubin nicht mehr richtig gefiltert wird.
Wichtiger Vorsorge-Tipp: Der Check-Up 35
Gesetzlich Versicherte in Deutschland haben ab dem Alter von 35 Jahren einmalig Anspruch auf ein kostenloses Screening auf Hepatitis B und C im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsuntersuchung („Check-Up 35“) beim Hausarzt.
Die verschiedenen Virustypen: A, B, C, D und E
Hepatitis-Viren unterscheiden sich stark in ihren Übertragungswegen und Krankheitsverläufen. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über alle fünf Virustypen (A bis E):
|
Virustyp |
Hauptübertragungswege |
Chronischer Verlauf? |
Therapie |
Schutzimpfung |
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Hepatitis A |
oral-fäkal (verunreinigtes Wasser, kontaminierte Lebensmittel, Schmierinfektionen) |
Nein (heilt fast immer von selbst aus) |
Symptomatische Behandlung |
JA Sehr wirksam; oft als Reiseimpfung empfohlen |
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Hepatitis B |
Körperflüssigkeiten (Blut, ungeschützter Intimkontakt) |
Bei Erwachsenen gering (5-10%), bei Säuglingen extrem hoch (~90%) |
Gut kontrollierbar mit antiviralen Medikamenten. Bremst das Virus, führt aber selten zur kompletten Heilung |
JA Hochwirksam, schützt indirekt auch vor Typ D. |
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Hepatitis C |
Direkter Blutkontakt (unsterile Tattoos/Piercings, gemeinsame Nadelbenutzung) |
Hoch (~75 85% aller Fälle werden chronisch) |
Heilbar (über 95% Heilungsquote durch antivirale Medikamente) |
NEIN Kein Impfstoff verfügbar. Schutz nur durch Hygiene. |
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Hepatitis D |
Nur als Infektion gemeinsam mit Hepatitis B |
Sehr hoch bei Superinfektion; führt oft zu schnellen, schweren Verläufen |
Behandlung durch spezielle antivirale Medikamente, die das Eindringen in die Leberzellen hemmen. |
JA (indirekt) Über Hepatitis-B-Impfung vollständig verhindert. |
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Hepatitis E |
Oral (durch unzureichend gegartes Fleisch, v.a. Schwein/Wild oder verunreinigtes Wasser auf Reisen) |
Sehr selten |
In der Regel keine spezielle Therapie nötig, da Hepatitis E meist von alleine akut ausheilt. |
NEIN In Europa ist derzeit kein Impfstoff zugelassen. |
Schutz der Leber im Alltag?
- Impfstatus prüfen: Insbesondere vor Reisen den Schutz gegen Hepatitis A und B kontrollieren
- Lebensstil anpassen: Eine ausgewogene, zuckerarme Ernährung und der Verzicht auf übermäßigen Alkohol entlasten das Organ nachhaltig. Fleisch (besonders Schwein und Wild) sollte immer vollständig durchgegart verzehrt werden
- Medikamente mit Bedacht einnehmen: Bei Arzneimitteln (wie zum Beispiel das Schmerzmittel Paracetamol) sollten die Höchstdosen nicht überschritten werden
Quellen: Meine Leber und Ich. (2025, 3. Februar). Die Leberentzündung und ihre Folgen. Verfügbar unter: https://www.meine-leber-und-ich.de/die-leber/? utm_source=hepioneers.de&utm_medium=website&utm_campaign=scroll_2024&utm_content=hepioneers (abgerufen am 25.06.2026) Manus, I. & Roch, J. (2026, 27. März). Hepatitis: Ursachen, Symptome und Behandlung erklärt. Apotheken Umschau. https://www.apotheken-umschau.de/krankheiten-symptome/infektionskrankheiten/was-ist-eine-hepatitis-735481.htm (abgerufen am 26.06.2026)