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ChroniCare-Newsletter 4. Ausgabe 2022

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Mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (kurz VOASG) im Dezember 2020 wurde der Grundstein für flächendeckende pharmazeutische Dienstleistungen auf Krankenkassenkosten gelegt. Seitdem wurde zwischen Standes- und Kassenvertreter hart verhandelt, bis zum Juli hin feststand, welche Dienstleistungen für wen angeboten werden dürfen. Das Ergebnis ist ein Katalog von fünf mehr oder weniger umfangreichen Gesundheitsdienstleistungen, die nun für Anspruchsberechtigte von den Kassen bezahlt werden. Diese möchten wir Ihnen kurz vorstellen:

1. Standardisierte Risikoerfassung hoher Blutdruck
In der Apotheke wird nach einer fünfminütigen Ruhepause dreimal hintereinander der Blutdruck gemessen, jeweils nach zwei Minuten Wartezeit. Aus der zweiten und dritten Messung wird ein Mittelwert gebildet, anhand dem der Erfolg der Blutdrucktherapie beurteilt wird. Da die meisten modernen Blutdruckmessgeräte auch den Puls messen, können auch Arrhythmien, wie Vorhofflimmern, erkannt werden.

Anspruch haben Personen, die laut Selbstauskunft an hohem Blutdruck leiden mit mindestens einem verordneten Blutdruckmittel und bei Änderung der Blutdruckmedikation. Es gilt eine zweiwöchige Frist nach Therapiebeginn bzw. Medikationsänderung, bis die Dienstleistung in Anspruch genommen werden kann.

2. Erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittelanwendung mit Üben der Inhalationstechnik
Die inhalative Therapie mit Arzneimitteln bei Asthma und COPD steht und fällt mit der richtigen Inhalationstechnik. Für die verschiedenen Arzneistoffe gibt es eine Vielzahl verschiedener Inhalationssysteme („Devices“) mit unterschiedlicher Handhabung. In der Apotheke wird, idealerweise mit einem Dummy-, bzw. Placebodevice des neu verordneten bzw. laut Rabattvertrag abzugebenden Präparates, die richtige Inhalation durch das Personal vorgeführt. Anschließend wird die korrekte Anwendung durch eine Demonstration des Patienten überprüft und dokumentiert. Eventuelle Anwendungsfehler können dann geklärt werden. In Einzelfällen können Patienten ihren eigenen, verschriebenen Inhalator für die Demonstration verwenden.

Anspruch haben Erwachsene und Kinder ab 6 Jahren, denen ein Inhalationsgerät neu verordnet wurde oder nach Device-Wechsel. Ebenso wenn diese Personengruppe laut Selbstauskunft in den letzten 12 Monaten keine Einweisung oder praktische Übung mit dem verordneten Device erhalten haben und nicht an einem Disease-Management-Programm für Asthma oder COPD teilnehmen.

3. Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation
Diese Dienstleistung darf nur von fortgebildeten Apothekern durchgeführt werden. Der Patient bringt zu einem vorab vereinbarten Gesprächstermin sämtliche von ihm verwendeten Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel mit. Das umfasst Arzneimittel der Dauer-, Akut- und Bedarfsmedikation, Vitamin- und Mineralstoffpräparate sowie pflanzliche Arzneimittel. Für zu kühlende Medikation ist ein Foto oder eine Notiz ausreichend. Als weitere Datenquellen können Medikationspläne, Arztbriefe und Kundendaten aus der Apotheke nützlich sein. Es sollte geklärt werden, welche Erwartungen der Patient an die Medikationsanalyse hat und welche Wünsche/Probleme im Vordergrund stehen. Im Verlauf des Erstgesprächs werden durch den Apotheker arzneimittelbezogene Probleme (ABPs) abgefragt. Diese können u.A. in der Anwendung, der Dosierung, dem Einnahmezeitpunkt, der Lagerung oder in Neben-, bzw. Wechselwirkungen bestehen.

An das Erstgespräch schließt sich die eigentliche Medikationsanalyse an. Hier werden möglicherweise entdeckte arzneimittelbezogene Probleme wie falsche Dosierungen, Wechsel- und Nebenwirkungen besprochen und Lösungsvorschläge erarbeitet, die auf Wunsch des Patienten auch dem Arzt vorgelegt werden können. Am Ende entsteht im besten Fall ein neuer oder aktualisierter Medikationsplan, der im Abschlussgespräch dem Patienten ausgehändigt, erläutert und im Anschluss an den Arzt weitergeleitet wird.

Anspruch haben Personen, die aktuell und über die nächsten 28 Tage mindestens fünf systemisch wirkende Arzneimittel als Dauermedikation einnehmen. Die Dienstleistung kann einmal alle 12 Monate erbracht werden, es sei denn, es finden erhebliche Umstellungen statt. Das heißt, dass mindestens drei neue Arzneimittel eingenommen werden müssen. Die 12-Monatsfrist beginnt dann erneut.


4. Pharmazeutische Betreuung von Organtransplantationen
Diese Dienstleistung darf nur von fortgebildeten Apothekern durchgeführt werden.
Die pharmazeutische Betreuung nach Organtransplantationen orientiert sich an den Leistungen der Medikationsberatung bei Polymedikation, richtet sich aber insbesondere an Patienten mit immunsuppressiver Therapie nach Organtransplantationen. Zwei bis sechs Monate nach Start der immunsuppressiven Therapie erfolgt ein weiteres Gespräch mit dem/r Patienten/in, um vorab Probleme zu erkennen, zu lösen und die Therapietreue zu stärken.

Anspruch hierauf haben versicherte Personen, die einmalig im ersten halben Jahr nach Organtransplantation mit einer immunsuppressiven Therapie ambulant beginnen oder deren immunsuppressive Therapie sich aufgrund einer Neuverordnung ändert. Neuverordnungen liegen dann vor, wenn das Präparat innerhalb der letzten sechs Monate nicht angewendet wurde.

5. Pharmazeutische Betreuung bei oraler Antitumortherapie
Diese Dienstleistung darf nur von fortgebildeten Apothekern durchgeführt werden.
Auch hier orientiert sich die Betreuung an den Dienstleistungen der erweiterten Medikationsberatung bei Polymedikation. Ebenfalls erfolgt nach zwei bis sechs Monaten bei Bedarf ein weiteres Gespräch, um Probleme zu erkennen, zu lösen und auch hier die Therapietreue zu stärken.

Anspruch auf diese Dienstleistung haben versicherte Personen einmalig im ersten halben Jahr nach Beginn mit einer ambulanten oralen Antitumortherapie oder Personen, die eine weitere ärztlich verordnete orale Antitumortherapie als ambulante Folgetherapie beginnen.

Wenn Sie Fragen oder Interesse an den pharmazeutischen Dienstleistungen haben können sie uns gerne jederzeit ansprechen.

Quelle: abda.de

 


 


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